18. September 1999 von Benedikt

Pünktlich um 13.00 Uhr war neben mir nur Klaus Bardele mit Iris (ständige Begleitung von Klaus) und Simon Mader am Treffpunkt Anlegestelle Jugendherberge. Weit und breit war nichts zu sehen vom TCTT oder den Stocherkahnfreunden. Wir fragten uns, ob der Termin verlegt wurde, oder ob der Treffpunkt ein anderer gewesen wäre.

    Aber wir waren durchaus richtig. Denn nach einem akademischen Viertel erschien nach und nach der Rest der insgesamt elf aktiven Neckarputzer vom TCTT. Nach einer kurzen Einweisung durch Tom begann mit Unterstützung des Vereins der Stocherkahnfreunde (Vielen Dank, Michael) und den Tauchern der Feuerwehr die „Neckarputzete 1999“ mit fünf Stocherkähnen.

Durch das gute Wetter und den Umbrisch-Provenzalischen Markt in der Stadt war der Biergarten vom Neckarmüller gut besucht. Somit waren uns die Blicke der dortigen Besucher sicher. Dennoch konnte Tom es nicht lassen, mit seinem Nebelhorn zusätzliche Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen, was ihm auch hervorragend gelang (Anmerkung der Redaktion: Ein Foto dieses sagenhaften Musikinstruments sowie der gesamten Aktion ist auf Seite 13 zu bewundern). Schließlich war die Neckarbrücke innerhalb kürzester Zeit voll von staunenden Passanten.

Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Fahrräder und Einkaufswagen aus dem Neckar gezogen. In echter Fließbandarbeit fegte Michael den Sockel der Neckarbrücke, nachdem eine andere Kahnbesatzung zuvor ein Fahrrad von diesem entfernt hatte. Den wackeren Putzern wurde es kurz darauf recht flau in der Magengegend, als sie einen mit Steinen beschwerten Teppich im Neckar fanden und nicht sicher waren, was sie erwartete. Nach kurzer Besprechung (rufen wir die Kripo??) wurde der Teppich geborgen. Der Verdacht eines Verbrechens bestätigte sich zum Glück nicht...

Tom hatte zwischenzeitlich so viel Freude an seinem Nebelhorn gefunden, dass er nach getaner Arbeit auf dem Weg zurück zur Jugendherberge die Parkhausnutzer laut trötend darauf aufmerksam machte, dass ihr Gebäude in Kürze gesprengt würde. An der Jugendherberge angekommen, wurde der gesammelte Unrat von den Kähnen entladen. Die randvolle Transportmulde zeigte, dass es sich gelohnt hatte, den Neckar aufzuräumen. So mancher hätte gerne das ein oder andere davon noch genutzt:

  • 21 Fahrräder (oder was davon übrig war)
  • 4 Einkaufswagen (leider alle nur mit einem Chip „gefüttert“)
  • 1 Dreizack (der Sven nun den Beinamen „Neptun“ eingebracht hat – sein Konterfei ist übrigens im Vorwort verewigt [A.d.R.])
  • 1 Ofen aus Gusseisen, den Klaus unbedingt allein ins Boot heben wollte
  • 1 Bürodrehrollenstuhl
  • 1 Hinweisschild über Abladezeiten von Schutt...
  • 1 gültige Monatskarte für den TÜ-Bus (die Sabine G. nutzen wird)

Nach getaner Arbeit gingen wir auf Einladung des TCTT (vertreten durch Tom) zum „Döner“, um uns dort zu stärken (vielen Dank nochmals!!). Anschließend wollten wir im Neckarmüller gemütlich ein Hefeweizen trinken (natürlich auf eigene Kosten), aber es kam ganz anders:

Als Sven seine bestellte Brezel reklamierte (sie war uralt und gummiartig), ging's los. Die Bedienung wollte nichts von Umtausch hören, und Sven weigerte sich standhaft, besagtes Gebäckstück zu akzeptieren. Stattdessen vertilgte er genussvoll eine knusprig-frische neue Brezel, die er am Bierstand vor der Neckarmüllerei erstanden hatte... Das Streitstück landete schließlich als Entenfutter im Neckar (durch die Bedienung!).

Doch damit nicht genug: Sven musste mal ganz schnell telefonieren und forderte daher einen Handyman unmissverständlich auf, die Telefonzelle zum Anrufen zu verlassen... Der tat das zwar, trat aber in seiner Wut über diese rüde Behandlung mal eben schnell die Scheibe der Telefonzelle ein, in der Sven gerade zum Hörer griff... Nachdem Sven uns die Story erzählt hatte, wurde auf den Schreck noch das ein oder andere Hefeweizen getrunken, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Ich kann nur sagen, dass ich den ganzen Tag super unterhaltsam fand, riesigen Spaß hatte und mich bei allen Beteiligten (Tom & Riki, Jürgen, Sven genannt „Neptun“, Sabine G., Michael N., Petra, Simon, Klaus & Iris, sowie Michael Selchow vom VST) bedanken möchte. Ich freue mich schon heute auf die Millennium-Neckarputzete. Bis dahin

Euer Benedikt