PRINGSTEN 89 / CLUBAUSFAHRT nach TAMARIU
Pfingsten 1989 von Eva Stolte
Auch dieses Jahr fand aufgrund Mannis tatkräftiger Initiative und Planung eine Pfingstausfahrt an die Costa Brava statt. Nicht Estartit, sondern Tamariu war dieses Mal Anziehungspunkt. Der kleine katalanische Fischerort, unweit von Palafrugell, rückte aufgrund seiner idyllischen Lage auf Platz Nr. 1.

Die Unterbringung im Haus "Abril" war wirklich schön. Alle Zimmer hatten Balkon, die zum Frühstücken, abendlichem Klönen, Sangria-Trinken und Spielen einluden. Preislich lagen Unterbringung und Tauchen ein Drittel höher als im Vorjahr. Wie das Tauchen war?
Stollis Tauchbasis wird von einem illustren Kleeblatt geleitet. Da wäre Norbert, ein hilfsbereiter, gemütlicher Kugelfisch; dann Manni, ein flotter, durchgebräunter Sunnyboy und zuletzt Stolli, abgeklärt und wortkarg wie Störtebeker selbst. Sein Kutter, die "Gabriella", lief dreimal am Tag aus. Es wurde an verschiedenen Hausriffen, alle nur zehn Minuten vom Ufer entfernt, getaucht. Eine Ausnahme machte das Begur-Riff mit einer halben Stunde Bootsfahrt.
Hier wurden dem Taucher Strömung, imposante Steilwände, ja sogar ein Hummer – allerdings auf 50 m schlafend – geboten. An anderen Stellen sah man zerklüftete, schluchtige Felslandschaften, die üppig mit Gorgonien überwachsen waren, bunte Schwämme, auf denen Nacktschnecken ihre bunten Kleider zeigten, und Spalten, in denen Oktopusse oder Drachenköpfe sich versteckt hielten. Wer Glück hatte, konnte schon mal einen Mondfisch, Conger, Zacki oder Adlerrochen zu Gesicht bekommen.
Tamariu bietet zwar keine spektakulären Höhlentauchgänge, keine riesigen Fischschwärme oder Großfische, aber wer eine passable Lampe und Freude an kleinen Entdeckungen hat, der kann auch auf seine Kosten kommen. Es gab auch gute Möglichkeiten, von Land aus zu tauchen. Für Anfänger und Anti-Stress-Taucher eine lohnende Möglichkeit, Oktopusse aufzustöbern, Wracks zu besichtigen und zu demontieren, Kompasskenntnisse zu erproben (hallo Gabi) oder wie unser Held Walther, Elmer vor dem Ertrinken zu retten.
Auch Neptun hatte sich Tamarius Bucht als geeignete Stelle für seine Tauchertaufe ausgesucht. Unter Leitung der Stollischen Gerichtsbarkeit wurden drei Rottenburger und zwei Tübinger Frischlinge von Neptun eingeseift, mit üblem Gebräu schnorchelweise abgefüllt und nach Abnahme des Tauchergelöbnisses in die Tauchgemeinschaft aufgenommen. Abgesehen von Mannis Kuss auf Dobermanns Backe gab es außer verkohlten Steinen Animailisches.
Vergleicht man Tonis Tauchbasis in Estartit mit der Stollis, so bietet Toni geselligere Örtlichkeiten, ausgeglichenere Stimmung und weniger Chaos bei der Booteinteilung. Außerdem lockten den einen oder anderen die schönen Höhlen – oder war es vielmehr der legendäre Erdbeereisbecher? Für das Apres-Tauchen und Faulenzen am Strand ist Tamariu sicher der geeignetere Ort. Gutes Essen, schönes Hinterland mit malerischen, mittelalterlichen Örtchen wie Palau Sator, Pals, Peratallada u. a. laden zum Verweilen ein.
Wer will, kann auf Spuren griechisch-römischer Kultur wandeln und antike Siedlungsreste wie in Ullastret oder Empurias besichtigen. Liebhaber moderner Kunst machen sich am besten nach Figueras auf, wo es Salvador Dalís originelles Werk zu bestaunen gibt. Krämer- und Fischmärkte laden zum Leute-Gucken und Bummeln ein.
Für unsere ATLs und OLs war die Gruppengröße dieses Jahr eher ein Handicap. Sicher waren sie oft länger im Wasser, als es Neptun und ihnen selber lieb war. Mir hat es gut gefallen in Tamariu. Bei Manni möchte ich mich im Namen aller für die gute Organisation bedanken.
Eva Stolte