Tauchen in der Provinz Zeeland (Holland)

Juli 1991 von Norbert Kohlen

Es muss ja nicht immer Spanien oder Südfrankreich sein. Wer das rauere Klima der Nordsee mag und außerdem einen billigen Urlaub machen möchte, für den sind die Tauchgebiete an der Oosterschelde und dem Grevelingenmeer ideal.

Karte Zeeland

Der Südwesten der Niederlande ist ein Inselreich, durchschnitten von breiten Flussarmen und durch Deiche und Dämme miteinander verbunden. Mit Ausnahme der Westerschelde sind die Flussarme im Rahmen des Deltaplanes von der offenen See abgeschlossen worden. Sie bilden nun Binnenseen, auf denen man nach Herzenslust alle Arten von Wassersport betreiben kann.

Die Oosterschelde ist der größte abgeschlossene Meeresarm im Deltagebiet. Sie ist von der Nordsee durch ein Sturmflutwehr, das größte Bauwerk dieser Art in der Welt, abgeschlossen. Die riesigen Schleusentore werden aber nur bei einer drohenden Sturmflut geschlossen, so dass das Gebiet immer mit Meerwasser versorgt wird. Deshalb hat man hier auch einen wesentlich geringeren Tidenhub als im offenen Meer, findet aber die gleiche Flora und Fauna vor.

Das "Tauch-Dorado" ist unbestritten die Insel Schouwen-Duiveland. Alleine hier findet man 12 Füllstationen. Im Sommer wird diese Insel von unzähligen Tauchern aus allen Ländern "heimgesucht". Im Frühjahr aber ist es ganz erträglich. Wohnen kann man überall auf der Insel in billigen Ferienbungalows und -häusern. Die Adressen kann man sich vom dortigen Touristikbüro schicken lassen. (Adresse siehe unten)

Um an der Oosterschelde tauchen zu können, braucht man eine Genehmigung der Provinz Zeeland. Die Genehmigung ist 5 Jahre gültig und kostet ca. 50 hfl. Außerdem braucht man neben dem Antrag nur noch ein Passfoto.

Zu sehen gibt es, allen Unkenrufen zum Trotz, immer noch eine ganze Menge. Ohne besondere Attraktionen z. B. Dorsche, Skorpionsfische, Schollen, Gespensterkrabben, zahlreiche, z. T. recht ansehnliche Krebse und massenweise Aale gesehen zu haben, wird man hier selten das Wasser verlassen. Allerdings: Für "Tiefenritter" spielt sich hier nicht viel ab. Unterhalb von 20 m zeigt sich seit einigen Jahren nur noch eine tote, schwarze und übelriechende Tiefenzone mit metertiefem Faulschwamm des eingedeichten Gebietes.

Wem das nun nicht reicht, der kann ja auch außerhalb, z. B. bei Renesse oder Scharendijke tauchen. Alles in allem lohnt es sich schon einmal, nach Holland zum Tauchen zu fahren. Tausende Taucher jährlich können sich ja nicht irren, oder?