oder "Booaahh, ist das kalt!"

OSM-Karte Gönninger Seen

Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe, mit meinem Nasstauchanzug (~7mm) einem Ausflug zu den Gönninger Seen zuzusagen, wahrscheinlich war ich so leichtsinnig aufgrund dessen, dass ich noch nie Eistauchen war. Aber nun gut, wir, d.h. Klaus Bardele, Frank Markus, Norbert Kohlen, Wolfgang Mesner, und meine Wenigkeit, Matthias Daiber, haben uns am Sonntagmorgen, den 13. Januar 2002 mit unserem Tauchgerödel an die Gönninger Seen aufgemacht.

Dort angekommen haben wir erst mal die Lage "abgecheckt"; wir sind also zum unteren See gestiefelt und haben feststellen müssen, dass der See fast komplett zugefroren war, das Eis aber nicht wirklich dick war, was hieß, dass man nicht unbedingt darauf herumlaufen konnte. Spaziergänger und Schaulustige hat das allerdings nicht gestört. Wir sind dann zurück zu den Autos getrottet, um uns anzuziehen und unsere Geräte auf mitgebrachte "Lastenkarren" alias Sackkarren und Fahrradanhänger zu spannen.

Zurück am Eis haben dann Klaus und Frank - mit Abenteuer-funkelnden Augen - ein schönes kreisrundes Loch in die Eisdecke geschlagen.Natürlich waren die beiden angeleint. Klaus und Frank sind als erste rein, Norbert hat den Leinenführer gestellt, Wolfgang war Sicherungstaucher. Die Taucher und der Leinenführer haben über Leinen- zieh- Signale kommuniziert, die so aussehen:

Anzahl der Züge: Signal:
1x Not!
2x Tauche nach links!
3x Tauche nach rechts!
2x 1x Tauche weiter geradeaus!
2x 2x Komme zurück!
5x Alles ok!

(Richtungen immer vom Leinenführer aus gesehen!)

Nachdem unsere zwei "Pioniere" ausgestiegen waren, kamen Wolfgang und ich an die Reihe; Nach dem Sprung ins kalte Wasser fühlte ich, wie dieses langsam in meinen Anzug gekrochen ist. Was für ein eisiges Gefühl!! Glücklicherweise wurde mir aber relativ schnell wieder warm. Die Kälte spürte ich während des Tauchgangs nur im Gesicht und an den Händen.

Trotz aller Umstände und der Kälte war der Tauchgang wunderschön, da es unter dem Eis einfach noch ruhiger zugeht und alles einfach noch mal anders wie beim normalen Tauchen ist. Unter Wasser ist es total ruhig und schön klar und es gibt viele Wasserpflanzen. Fische habe ich selber keine gesehen, aber mein Vater. Das Gefühl, unter der Eisdecke eingeschlossen zu sein, habe ich mir wesentlich schlimmer vorgestellt, als es dann wirklich war; ich hatte durch die Leine und das Vertrauen zu meinem Vater gar keine Angst und die Eisdecke war eine Art Wand, die uns von der Hektik des Alltags und vor den Schaulustigen am Seeufer und auf dem Eis abschloss.

Am Ende unseres über 20 minütigen Tauchganges habe ich nur an den Finger und im Gesicht gefroren. Nach uns hat dann Norbert mit seinem neuen Hightech- Sonarsystem getaucht, wir zwei, mein Vater und ich mussten dann leider gehen.

Im Ganzen war es ein supertoller Ausflug und ich kann Eistauchgänge nur weiterempfehlen, selbst mit Nasstauchanzug.

M. Daiber

Und hier sind sie, die eiskalten Typen - der Autor und Fotograf muss mit seiner Nase an der Kamera festgefroren sein, da keine Bilder von ihm vorliegen (die Red.).