Der Schlüssel zum fröhlichen Tauchgang - oder: Sechs Gehilfen und doch nicht offen

April 2000 von Klaus B., Jenny G., Siggi E.L., Bene H., Thomas G., Christina E. und Christel G.

Nicht dass wir erst um 10.30 Uhr los wollten, however... Aus diesem Grund trafen wir uns um 9.00 Uhr in K'furt, weil, es ist ja Fasching und da holen die Pappnasen ihre Masken raus, um zu tauchen.

Zu besagtem Zeitpunkt trafen sich sechs illustre Gestalten bei Grischdl G. aus K. (Name leicht geändert, aber der Redaktion bekannt). Entgegen allen böswilligen Anspielungen war G. G. aus K. schon völlig fertig (Sorry Grischdl).

In hellster Vorfreude stürzte sie sich uns mit Kaffee und Kippen bepackt entgegen, wobei sie leider die Haustür zuschlug, ohne sich im Besitz der Schlüssel zu befinden. Problem: Schwarzes Ford-Cabrio zu, ihr Gerödel drin. Ersatzschlüssel - was ist das?

Nach dem vergeblichen Verschleiß mehrerer Kreditkarten (Fernsehkrimis bilden), vielen vergeblichen Telefonaten, einigen kleineren Wutausbrüchen und einer doppelten Kindesentführung gelang es schließlich doch noch, das feindliche Schloss zu besiegen und uns schon fahrfertig zu machen.

Gemäß Siggis Parole: „Wir fahren früh los und nicht erst um halb elf!“, starteten wir bereits um 10.25 Uhr zu unserem Abenteuer. Noch war es Zeit, umzukehren. Alle Wege standen uns offen. Aber wir hatten es selber so gewollt!

Todesgefahren in Form von schneebedeckten Autobahnen, Schneetreiben, Auffahrunfällen, Pinkelpausen und Staus brachten uns nicht von diesem fragwürdigen Vorhaben ab. G. G. aus K. hatte dank Lindas freundlicher Ablenkungsmanöver die erste Panikwelle überstanden. Nach etwa zwei Stunden Fahrt lockte der St. Leoner See, zur Abwechslung mal in strahlendem Sonnenschein.

Nun der Grenzübertritt: Strenge Ausweiskontrolle und der Mindestumtausch von 6 DM waren schnell über die Bühne gebracht, das Anrödeln der ersten Schicht dauerte etwas länger. Jetzt noch ein kurzer Fußmarsch bis zum Wasser. Kaum drin, ging uns allen ein Licht auf, nur Sascha nicht. Der hatte Klaus' gelben Fön schon auf den ersten fünf Metern verschusselt. „Ja wo is' sie denn?“

Sofort begab sich der Trupp unter fachkundiger Leitung des PADI TLs auf einen Search and Recovery Tauchgang. Durch präzises Ausführen eines Suchmusters gelang es innerhalb weniger Minuten, die gesuchte Lampe wiederzufinden. Die eingeteilten Buddypaare wurden auf den ersten undurchsichtigen Metern spontan gewechselt, ansonsten verlief der Tauchgang: rein, runter, rauf, raus.

Tauchlampen waren ab zehn Meter Tiefe vonnöten, um dem nur einen Meter entfernten Tauchpartner zu signalisieren, dass man sich wohl noch in der unmittelbaren Nähe befand. Ein ausgeklügeltes Unterwasserleinensystem, wilde Bierflaschen und hydrophile Coladosen sowie neonfarbene Plastikraketenspitzenschnecken, spektakuläre Abbruchkanten von 16 auf 18 m ließen diesen Nullsichttauchgang bei 4°C Wassertemperatur zu einem echten Erlebnis werden. Ein MUSS für jeden wahren Taucher!

Präzise Navigation mithilfe eines halb luft-, halb ölgefüllten Kompasses sowie die jahrelange Erfahrung des Silbertauchers Thomas G. aus O., der sich auf seinem 200. Tauchgang befand, ließen uns direkt vor den Duschen ein Wiedersehen mit unseren verlorenen Tauchpartnern feiern.

Dank gesperrter Herrenduschen waren mehrere gemischte Doppel angesagt. Die prickelnde Erotik der tauben, blaugefrorenen Körper wurde durch den allgegenwärtigen Uringeruch der Anzüge nur geringfügig geschmälert. Vor allem Klaus B. aus T. blieb dieses Prickeln erhalten, da er an einer spontanen Unverfügbarkeit seiner Unterhose litt und seine besten Teile in den rauen Stoff einer eigens aus den USA importierten Markenjeans presste. Sein Wehklagen hielt sich in Grenzen, was darauf hinweist, dass es nicht allzu unangenehm war.

Schichtwechsel von den Nasstauchern zu den trockentauchenden Kinderzeugern. Schon eine kurze halbe Stunde später war Siggi’s Nixe Christina E. aus K. in ihrem Trocki drin und abtauchbereit (siehe auch Bild links...). Während die erste Schicht fröhlich babysittete, kämpfte SIE mit den unermesslichen Luftvorräten in ihrem nagelneuen Trocki. Nachdem wir alle schließlich wieder fröhlich vereint und umgezogen waren, gab es zu guter Letzt eine kleine Magnum zwischen die Augen und einen Döner zwischen die Rippen.

Fazit: Es ist einfach unfassbar, wieviel Spaß manche Menschen daran finden, zwölf Stunden unterwegs zu sein, um bei 0,5 m Sicht, 4° C Wassertemperatur und Schneefall dreißig Minuten in einer absoluten Unterwasserwüste zu tauchen.

Autoren: Klaus B., Jenny G., Siggi E.L., Bene H., Thomas G., Christina E., Christel G.