Eindrücke meiner Australienreise (Wale, Tauchen und und...)
2000 von Hilmar
Drei Monate in Australien, davon 7 Wochen Rundreise durch den Kontinent, führten meine Frau und mich auch ans Great Barrier Reef. Hierzu möchte ich aus unserer Sicht ein paar Eindrücke für den Tauchclub wiedergeben.
Unsere Rundreise mit einem Camper-Van begann mit dem ersten Abschnitt von Brisbane die Küste hoch bis Port Douglas. Da gerade die Zeit des "Whale watching" in der Hervey Bay war (von Mitte September bis Ende November), ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, dieses Ereignis aus nächster Nähe mitzuerleben. Auf einem seetüchtigen, ruhigen Katamaran für 40 Australische Dollar (1 Dollar = 1,25 DM) das Schauspiel der springenden Buckelwale zu beobachten, war für uns ein faszinierendes Ereignis. Konnten wir doch fast drei Stunden lang die viertgrößten Wale aus kürzester Distanz beobachten. In dieser Zeit, die sie dort in der Hervey Bay zubringen, werden die jungen Wale geboren und für die Reise in die Antarktis vorbereitet. Es war einfach ein überwältigendes Schauspiel, diese riesigen, tonnenschweren Tiere zu beobachten, wie sie spielend leicht aus dem Wasser schossen, um dann mit einem Platscher wieder in die See abzutauchen.

Ganz im Gegenteil zum Whale watching war das Tauchen und Schnorcheln am Barrier Reef nicht der große Hit, der überall propagiert wird. Zweimal Tauchen und Schnorcheln gönnten wir uns bei den dortigen Preisen, einmal an den Whitsunday-Inseln und einmal bei Port Douglas. So kostete eine Tagesausfahrt mit 3 Tauchgängen umgerechnet ca. 260,00 DM. Allerdings waren darin enthalten der Transfer zum Campingplatz hin und zurück, die zweistündige Fahrt zum Außenriff, Tee- oder Kaffeegetränk sowie die Tauchausrüstung (ohne ABC) und mittags ein nicht weltbewegender Lunch.
Die Tauchgänge durften 30 Minuten nicht überschreiten und waren auf die Tiefen 18 m, 14 m und 12 m festgelegt; beim Ausstieg wurde sofort alles am Deko überprüft und schriftlich festgehalten. Zum Tauchen selbst: Sicht 10 bis 15 Meter, die Fischarten gleich wie im Roten Meer, nur dass manche größer waren. Etwas Besonderes waren die zwei sehr großen Karettschildkröten, ein Napoleon und ein Stachelrochen. Für Tauchanfänger sicher ein schönes Erlebnis, aber für alte Tauchhasen war diese Ausfahrt einfach zu teuer. Die Tauchplätze dort sind wegen der Wildlife Parks auch eingeschränkt - so tummeln sich an einem Tauchplatz auch gleich immer mehrere Tauchboote. Ich habe dort mit einem Tauchführer gesprochen, der in den 2 Jahren, die er dort schon taucht, noch nicht einen Hai gesehen hat! Übrigens kostete eine Schnorchelausfahrt 125,00 DM, und es war kaum etwas zu sehen.

Viel schöner dagegen die unendlich weiten Strände mit vielen Palmen, an denen man fast allein ist und, sofern man ein Brett dabei hat, Wellenreiten probieren kann. Leider ist es ab dem Wendekreis des Steinbocks (tropische Region ab Rockhampton) von November bis März für Badende ohne kompletten Neoprenanzug wegen der dort auftretenden Würfelquallen und Spanischen Galeeren nicht empfehlenswert zu baden. Es wird auch überall mit Hinweisschildern davor gewarnt.
Der Rest der Reise führte uns dann in die Nähe von Darwin und dann quer durch den Kontinent bis nach Adelaide, von dort über Sydney wieder nach Brisbane, wo nach 12.000 km unsere Rundreise endete. Rückblickend war es eine herrliche Reise, wobei wir ganz besonders an die Natur und diese weiten Entfernungen mit ihren menschenleeren Gegenden denken. Für die nächste Reise dorthin wird ein Zwischenaufenthalt auf den Malediven eingeplant, damit das Tauchen und Schnorcheln nicht zu kurz kommt.
Euer Tauchkamerad Hilmar.
