Dezember 1994 von René

Im Oktober verbrachten Manni und Sabine Schäfer, Freunde aus Rottenburg und Portugal, und ich eine Woche auf der SY Constellation. Insgesamt waren wir zu zwölft auf dem Schiff; 10 Touristen, der Skipper Herbert und seine Freundin, die Leichtmatrosin Bea.

Das Schiff wurde von Herbert selbst entworfen und in 12-jähriger Bauzeit von ihm erstellt. Der Rumpf und der Decksaufbau bestehen aus Beton. Es handelt sich um einen 20 Meter langen Zweimaster (ein Mast liegt allerdings in Sharm in der Werft), 5 Meter breit. Es sind 5 geräumige Doppelkabinen mit Waschbecken und genügend Stauraum vorhanden. Zwei Nasszellen stehen für die Körperpflege und das Geschäftchen zur Verfügung.

In der Mitte des Schiffes befindet sich die Küche und ein großer Esstisch – Treffpunkt der Ruhe und der Harmonie an Bord. Im Aufenthaltsraum ist das Ruderhaus integriert und, wichtig für uns Taucher, die elektrische Anlage zum Laden der Lampen und Blitzgeräte. Auf Deck lädt ein riesiges Sonnensegel zum Dösen in den Mittagsstunden ein.

Im Maschinenraum sind ein Stromaggregat und ein Kompressor untergebracht. Dank dieser Lage ist das Brummen der Geräte schon nach einer Stunde Gewöhnung nicht mehr zu merken. Getaucht wird mit 10- oder 12-Liter-Flaschen. Sie stehen ständig gefüllt in Tragen am Heck. Es ist jederzeit möglich, sich einen Tank zu schnappen und ins Wasser zu springen.

Ein Tauchcomputer ist als Orientierungshilfe dringend nötig, da nach zwei Tauchgängen der Rest des Urlaubs nur noch aus Wiederholungstauchgängen besteht. Zwar kommt der Computer da auch nicht mehr mit, er gibt aber doch noch grobe Werte von sich.

Die Tauchplätze werden in Absprache mit dem Skipper ausgewählt. Herbert hat uns immer beste Tipps gegeben und sich nach dem Tauchen erkundigt, ob es uns gefallen hat. Die einzige Tauchbegrenzung wird von Bea gesetzt. Sie bereitet 3 Mahlzeiten und nachmittags Kaffee und Kuchen zu. Ist alles aufgetafelt, so läutet sie die Schiffsglocke und der große Run geht los. Praktisch bedeutete dies öfters: vom Neopren direkt an den Esstisch. Einige Nachzügler schworen sogar, sie hätten die Glocke unter Wasser gehört, konnten aber zwecks Deko nicht rechtzeitig erscheinen.

So bestimmte teilweise zwischen 7 Uhr morgens und 8 Uhr abends nur Tauchen und Essen den Tagesablauf. Gekrönt wurde die Sache noch von israelischem Bier, das eiskalt und reichlich im Kühlschrank vorhanden war. Heimathafen der Constellation ist Safaga. Der Taxitransfer vom Flughafen Hurghada wird bei Buchung reserviert. Haupteinsatzgebiete sind die Riffe im Süden Safagas. Berühmte Stellen wie Panoramariff, Shaab Sheer oder das Wrack der Salem Express gehören zu jeder Tour. Bei 2 Wochen Aufenthalt sind auch die Brother Islands möglich.

Das Schiff bleibt die ganze Zeit auf hoher See. Dadurch erspart man sich die sonst nötige An- und Abfahrt. Zum Frühstück ein Morning-Dive und nach dem Abendessen noch einen Nachttauchgang. Die Tauchplätze bieten für jeden etwas: seichte Lagunen oder Drop-Offs bis auf 300 m, Labyrinthe von Felsformationen und Wracks, Nachttauchen und Strömungstauchen vom Schlauchboot aus.

Die angefahrenen Außenriffe sind in wesentlich besserem Zustand als an der Küste. Die Sicht unter Wasser beträgt bis zu 50 m. Riesige Schwärme von Glasfischen versperren wie ein Vorhang den Eingang zu kleinen Höhlen. Mal schaut eine Schildkröte