Bericht über die Jugendtauchausfahrt an den Grundlsee in Österreich

30. Mai 1998 von Peter, Matthias und Uwe

Um 8.00 Uhr am Samstagmorgen trafen wir uns am Clubraum. Dort verstauten wir das Gepäck und die Mannschaft. Nach einer staulosen und heißen Hinfahrt kamen wir am Campingplatz "Am rostigen Anker", der direkt am Grundlsee lag, an. In der heißen Mittagssonne mussten wir die Zelte und Pavillons aufbauen. An diesem Samstag tauchten wir nicht mehr, da es schon zu spät war.

Jede Nacht regnete es, aber tagsüber hatten wir immer schönes Wetter, von ein paar Regengüssen abgesehen. Von Sonntag bis Mittwoch verlief jeder Tag so ziemlich gleich: Um ca. 7.30 Uhr musste der Küchendienst, der täglich gewechselt wurde, aufstehen. Dann trommelte der Küchendienst, nachdem er das Frühstück gemacht hatte, die anderen aus den Schlafsäcken. Nach einem gemeinsamen Frühstück machten sich auch schon die ersten fertig zum Tauchen.

Die ganze Taucherei war gut durchorganisiert, jeder wusste genau, wann er mit wem tauchen würde und wann er sich richten sollte. Als alle getaucht hatten, verköstigte uns Klaudia mit einem leckeren Mittagessen. Nach einem super tollen Nachtisch ging es schon wieder ins Wasser. Zum Glück hatten wir so viele PTGs dabei, dass wir sie erst am Abend bei der Feuerwehr füllen lassen mussten. Doch davor gab es immer Abendessen, das der Küchendienst machen musste. Danach konnte jeder machen, was er wollte, so zum Beispiel reden, zusammensitzen, spielen...

Bis Donnerstag konnte jedoch nur die Gruppe 1 (die mit DJTSA) richtig tauchen. Die Gruppe 2 (ohne DJTSA) machte bis dahin die praktische Abnahme des DJTSA. Am Donnerstag gingen wir ins Salzbergwerk, in dem es lustige Holzrutschen gab. Abends machte die Gruppe 2, die bis dahin viel gelernt hatte, die theoretische Prüfung. Nachdem alle die Prüfung richtig gut bestanden hatten, konnten sie am Freitag mit dem Tauchen richtig loslegen.

Am Freitagnachmittag feierten wir mit Neptun die traditionelle Tauchertaufe. Am Abend fuhren Marlies mit Yelena, Chrissi und Elisa als Erste nach Hause. Zusammenfassend können wir nur noch sagen, die Tauchausfahrt an den Grundlsee war "sau-geil".


Theorie und Praxis

Die kommenden Tage verbrachten die Jüngsten mit dem notwendigen Theorie-Unterricht und den geforderten ABC-Übungen im Grundlsee. Es war schon etwas ungewohnt, nun plötzlich neben der ABC-Ausrüstung auch noch den Tauchanzug und den Bleigurt anzuhaben. Hinzu kam, dass die Aspiranten das warme Wasser des Freibads gewohnt waren, hier aber das kalte Bergseewasser zwischen sich und dem Neopren fühlen mussten. Aber all die kleinen Schwierigkeiten meisterten die Kids bravourös. Und am Ende schaffte jeder sowohl die praktische Prüfung als auch die theoretische Prüfung.

Während die Jüngeren sich mit der Prüfung abmühten, konnten die Älteren der Kids schon in den ersten Tagen ihre Freiwassertauchgänge absolvieren, was ebenfalls reibungslos verlief.

Die ersten Freiwassertauchgänge

Nachdem die Prüfungshürde genommen war, standen die heißersehnten Freiwassertauchgänge auf dem Programm. Ziel war, dass jeder der neuen Jugendsporttaucher mindestens drei Freiwassertauchgänge macht. Hier waren nun die Betreuer gefordert. Jeweils ein Ausbilder und ein Sicherungstaucher begleiteten den Jugendlichen bei seinem 20- bis 30-minütigen Tauchgang. So erlebten unsere Jugendsporttaucher zum ersten Mal das Gefühl, mit den Fischen auf Du und Du zu sein. Mit Abschluss des dritten Freiwassertauchgangs hatte jeder das DJTSA erfolgreich bestanden.

Taucher-Taufe

Aber wer ein richtiger Sporttaucher sein will, muss die Tauchertaufe über sich ergehen lassen. Neptun wurde von uns gerufen. Und er kam mit seinen Meeresgehilfen, um die frisch gebackenen Jugendsporttaucher in sein Unterwasserreich aufzunehmen. So kam es, wie es kommen musste: Keiner kam am Schwur vorbei, nie tiefer als zum Grund zu tauchen und die Unterwasserflora und -fauna zu achten und zu schützen. Dieses Versprechen wurde mit ein paar Löffeln des köstlichen Algenpürees und dem obligatorischen Meerestrunk durch den Schnorchel besiegelt und mit dem Bad im Grundlsee ohne Tauchanzug abgeschlossen.

Après-Dive

Aber nicht nur "Tauchen" war in der Woche angesagt. Es wurde das Innere eines Salzbergwerks untersucht (natürlich waren die Rutschen der Renner) und ein Ausflug zum Toplitzsee mit Bootsfahrt zum Kammersee unternommen. Doch der Höhepunkt war das Body Surfing in der Traun. Es war ein ganz neues Gefühl, bei der Mühle in den Fluss zu springen und sich durch die Strömung dahintreiben zu lassen. Immer auf der Hut, nirgends hängen zu bleiben oder anzustoßen. Eine weitere Art, die Macht des Wassers zu erfahren.

Phantastisches Wetter

Das Wetter war sehr abwechslungsreich. So war es tagsüber meist so schön, dass wir alle ganz schön ins Schwitzen kamen. Abends bzw. in der Nacht sorgten Gewitter für ordentliche Abkühlung. Das ging sogar so weit, dass in der Mitte der Woche ein Gewitter mit Windböen tobte, das unseren Kochpavillon nicht überstand. Er wurde buchstäblich weggeweht. Die Essens- und Aufenthaltspavillons konnten nur mit Mühe und unter Einsatz aller festgehalten werden. Aber Petrus war gnädig mit uns. Der Kochpavillon konnte noch am selben Abend wieder aufgestellt werden und alle anderen Zelte blieben von dem Unwetter verschont.

Resümee

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte wurde eine Jugendtauchausfahrt über einen Zeitraum von einer Woche vollständig geplant und durchgeführt. Wie immer, wenn man etwas zum ersten Mal macht, ist man doch etwas unsicher, ob auch alles klappen wird, wie man es sich vorgestellt hat. Hat man an alles gedacht? Hoffentlich hält das Wetter? Haben wir genug zu essen dabei? Wie machen wir das mit der Ausrüstung usw.?

Im Nachhinein lässt sich sagen, dass diese Ausfahrt ein voller Erfolg war. Alles hat geklappt wie geplant. Die Jugendgruppe ist in dieser Woche ein Stück mehr zusammengewachsen. Auch den wenigen Betreuern hat es trotz der vielen Arbeit sehr viel Spaß gemacht.

Bis zum nächsten Mal,
Euer Uwe