Mit dem Bronzekurs an der Erzgrube (3. + 4. Juli 99) ODER: Gibt es wirklich Nacktschnecken in der Nagoldtalsperre?
3. + 4. Juli 1999 von Bine
Tom bat mich um „ein paar Zeilen“ zu unserem Wochenende. Das ist schier unmöglich. Was mir zu diesem Wochenende alles einfällt, würde eine Sonderausgabe des Clubheftes rechtfertigen. Aber ich werde versuchen, mich auf die wichtigsten Ereignisse zu beschränken; erwartet jedoch keinen sachlichen, objektiven Bericht von mir. Ich denke mit so viel Freude an diese zwei Tage zurück, dass ich es kaum vermeiden kann, meine Euphorie in diesen Text mit einzuflechten.

Manche, denen ich von unserem Tauchausflug erzählte, schüttelten den Kopf: „Die Erzgrube? Dieses uninteressante Schlammloch?“ Nun gut, die Sicht war nicht die beste und es war voll. Auch biologisch gesehen mag die Erzgrube nicht viel hergeben. Öffnete man jedoch seine Sinne und freute sich an dem, was da war, erlebte man zwei aufregende Tage besonderer Art.

Sich zu freuen fiel allein schon aufgrund der lachenden Sonne leicht - duftende Grillwürstchen und Bier taten ihr Übriges. Wie die anderen das Schnorcheln und Tauchen empfanden, kann ich nur vermuten. Sicher genauso aufregend und toll wie ich es empfand: das Gefühl unter Wasser zu schweben, die Unterwasserwelt zu erkunden, die ach so langweilig gar nicht ist. Besonders der Nachttauchgang konnte da mit guter Sicht überzeugen.
Da wir ja gleich mehrere Biologen auf einem Haufen waren, bekam der Aufenthalt einen kleinen Hauch von Exkursion: nicht nur was im Wasser zu finden war, wurde gnadenlos gesammelt, eingedost, angestarrt, bestimmt, diskutiert. Zudem erfuhren wir (bzw. primär Benedikt und ich), wie kontaktfreudig die Säugetierwelt um den See herum ist: wir schlugen uns die halbe Nacht mit einem frechen Fuchs um die Ohren, der sich stark an unseren Vorräten und den Mülleimern interessiert zeigte.

Hätten wir uns doch besser die ganze Nacht um die Ohren geschlagen, denn am frühen Morgen kam der „Sheriff“, um uns wegen unerlaubten „Lagerns“ anzuzeigen.
Die Vorräte angeknabbert, als Kriminelle aufgezeigt, ungewaschen und übernächtigt, schien es nur völlig gerechtfertigt, sich bei „Eingeborenen“ im Nachbarort ein Frühstück zu „ergaunern“ - Sven erstand mit ein wenig Flunkern einen großen Laib Brot, und da Füchse glücklicherweise kein Nutella mögen, war das Frühstück gerettet.
Von ertrunken geglaubten Kursteilnehmerinnen und doppelt bezahlten Luftflaschen an der Tanke in Rottenburg will ich gar nicht viel erzählen; das sei aufgehoben für den Haxenwirt oder Westbahnhof nach einem Training, sollte es mal an Gesprächsstoff mangeln.
Einen runden Abschluss fand dieses ereignisreiche Wochenende mit einem kleinen Grillfest und der traditionellen Tauchtaufe sonntagabends bei Tim. Offensichtlich hatten auch unsere Ausbilder mit uns viel Spaß, denn die Taufe fiel entschärfter aus als sonst. Von den müden, aber frohen, sonnenverbrannten Gesichtern konnte man die Freude über den nun erworbenen „blauen Pass“ und die Mitgliedschaft im Club ablesen. Lust auf mehr Tauchen bekamen wir beim Video über Strömungstauchen und Rotes Meer.

Ich denke, ich kann stellvertretend für alle Kursteilnehmer sagen, dass nicht nur das Wochenende ein tolles Erlebnis war (auch der Samstag vor zwei Wochen an der Erzgrube gehört dazu), sondern der ganze Kurs uns viel Spaß und Freude bereitet hat.
Im Namen aller möchte ich mich auch noch bedanken:
- bei Dir, Tom, für Deine Geduld mit frechen, vorlauten Kursteilnehmern, Deine Spontaneität und Dein ewiges schelmisches Lausbubengrinsen und auch bei Riki, die sicher einige Male den Tee und die Getränke bereitgestellt hat und tapfer unser spontanes Grillfest mit entsprechender Lautstärke durchhielt,
- bei allen anderen aus dem Club, die für uns Theorie gehalten haben, dabei unsere dummen Besserwisser-Sprüche ertragen mussten und unsere anfänglich kläglichen Tauchversuche im Training und beim Freiwassertauchen betreuten,
- für die Biologen bedanke ich mich bei Sven, über den wir von diesem Kurs erfuhren,
- Petrus danken wir für das gute Wetter an der Erzgrube,
- und bei den dort ansässigen Lebewesen (Quadrupede und Bipede) möchten wir uns dafür bedanken, dass sie sich so für einen schönen Aufenthalt einsetzten (vielleicht kann man den Fuchs mieten...? Den Sheriff besser nicht!)
- und schließlich möchte ich mich bei „meinem“ Kurs bedanken: ich hoffe, wir haben auch in Zukunft noch viel Spaß zusammen!
Eure Bine