Tauchausfahrt Hyères '99
24. Juni bis 3. Juli 1999 von Simon Mader
Nachdem wir von Matthias, einem Biologiestudenten, in der Wilhelma über die anzutreffende Tierwelt informiert worden waren und von Uwe alles Organisatorische (z. B. die Aufteilung der Zelte, die Liste für alles Mitzubringende und vieles, vieles andere) an einem Elternabend geklärt wurde, und auch der Berg an sonstiger Vorarbeit, wie Gemüse einmachen, Boote beschaffen und anderes, beseitigt war, konnte die Clubausfahrt des TCT Tübingen dann endlich starten.
Hier jetzt ein Bericht über den Verlauf:
Nachdem wir es geschafft hatten, alle Taschen, Schlafsäcke und Zelte unterzubringen und den mit Essensvorräten und Tauchausrüstungen beladenen Anhänger mit einer Plane abgedeckt hatten, konnten wir dann gegen Nachmittag des 24. Juni mit unserem gemieteten Buslein abfahren. Da wir während der Fahrt die Fahrer "auswechselten", kamen wir recht zügig voran und waren daher am nächsten Morgen ohne größeres Verfahren am Campingplatz von Hyères.
Der Campingplatz war sehr groß, und wir hatten einen ganzen Seitenweg direkt neben den sanitären Anlagen. Man brauchte nur etwa 2 Minuten einen Weg hinunterzugehen, und dann war man schon am Bootssteg, und die zum Campingplatz gehörige Tauchbasis war auch schon auf dem Weg dorthin. Wir hatten drei Boote, davon zwei von Thomas (hier noch mal ein herzliches Dankeschön, denn ohne die Boote hätten wir wohl nichts machen können!!).
Wir bauten die Zelte auf und versuchten verzweifelt, Heringe in den völlig ausgetrockneten Boden zu schlagen. Nachdem der Tag mit organisatorischen Dingen und der Auskundschaftung der Gegend vergangen war, verbrachten alle ihre erste erschöpfte und erholsame Nacht in ihren Zelten.
Schon am nächsten Tag wurden die ersten Eingewöhnungstauchgänge im Hafen gemacht, für viele der erste Tauchgang im Meer. Die Begeisterung ließ nicht auf sich warten, denn der Unterschied zwischen der Umwelt in 5 Metern Tiefe im Meer und der Umgebung in den Seen in Deutschland ist, das durften wir alle begeistert feststellen, doch ein recht großer.
Die Tage vergingen wie im Flug, und auch der Küchendienst konnte keinem die gute Laune verderben. Der Küchendienst bestand aus einem Betreuer, der die Anweisungen zum Kochen gab, und zwei Jugendtauchern, die dann das Kochen, Abwaschen und zum Teil auch das Milch- und Baguetteholen erledigten. Meistens konnte der Küchendienst auch einmal vor- oder nachmittags zum Tauchen, und wenn mal jemand krank war oder keine Lust hatte, wurde dann auch ein bisschen gekuhhandelt.
Abends spielte man manchmal noch etwas, las oder erzählte von den bunten Fischen, den riesigen Schwärmen, der weiten Sicht, den "Oktopussies", Drachenköpfen, Moränen, Seegurken, Rohrwürmern und Anemonen. Abends erfuhren wir immer wieder etwas über die Pflege der Geräte, und auch unser sonstiges Tauchwissen wurde wieder aufgefrischt.
Da fast jeden Tag gutes Wetter war, außer ab und zu ein bisschen mehr Wind auf dem Meer, konnte fast immer getaucht werden. Die Sturmleinen und wasserfesten Zelte wurden also gar nicht unbedingt gebraucht. Wir fuhren einmal zu einem Betonschiffwrack bei Semindie, zum OK-Felsen, Grandribeau, Le Gorges de Ribeau, Le Gros Mourre, machten einen Tagesausflug zur Bucht La Pointe Rabbat, Escampobariou, zum Naturschutzgebiet Port-Cros – wo es irre große Zackenbarsche gab – und zu Fourmigues.
Auch zwei kleine Ausflüge nach Hyères und in einige kleine romantische Dörfer wurden durchgeführt. In Hyères wanderten wir zu einer Ruine auf einem Berg, von wo man über das ganze Gebiet schauen konnte.
Leider war die Ausfahrt jedoch eines Tages, nämlich am 3. Juli, zu Ende, und wir fuhren am Mittag heim und kamen nachts um etwa 1 Uhr an.
Die Tage gingen, das finde zumindest ich, viel zu schnell vorbei, und ich freue mich, dass alles dank guter Planung glatt lief. Ich möchte hierbei jetzt ein riesengroßes Dankeschön an alle Betreuer und Helfer richten, denn nur durch die Planung und das Engagement aller konnte die Ausfahrt als ein großer Abschnitt in unserer Taucherlaufbahn erfolgreich durchgeführt werden. Ich hoffe, es hat allen so viel Spaß gemacht wie mir und hoffe, dass es nicht unsere letzte gemeinsame Tauchausfahrt war.
Simon Mader