Freitauchen? Moment! Freediving, Apnoe, also ohne Tauchflasche? Genau! Wir sind Felix und Gerhard, seit 1,5 Jahren Mitglieder im TCTT und ausschließlich Freitaucher. Letztes Jahr waren wir im Urlaub dabei auf Elba und dieses Jahr in Le Dramont und Sveta Marina. Und es war großartig!

Hier also unser Bericht zu diesem Urlaub in Kroatien

24.08.2023 - Abfahrt 2 Uhr Nachts im träumenden Tübingen und mit den Autos voll beladen Richtung Süden. Gekonnt vermeiden wir die Mautstraßen und fahren im Morgengrauen auf kleinen Sträßchen durch malerische Landschaften, bis wir unsere Vorräte für die nächsten Tage beim Lidl in Labin füllen und kurz darauf auf dem Campingplatz von Valamar ankommen. Nach kurzer Diskussion sind die Plätze gefunden, 3 direkt beieinander, die Zelte aufgebaut und die Gegend erkunden. Wir haben links die rechte Wand, die linke Wand rechts, den großen Strand, den kleinen Strand, den Hundestrand, die Hauptbucht und die Nebenbucht. Mit der Sandfläche drei traumhafte Tauchziele (der Blick auf die Unterwasserkarte beseitigt schnell alle Zweifel).

Unterwasserkarte
Unterwasserkarte

Hat jemand die Sprungwand vergessen? Die gibt’s natürlich auch noch (links).

Es ist heiß! Es wird Nacht und kaum merklich kühler. Ein Teil von uns beschließt vor dem Zelt zu schlafen und wirft sich den Moskitos zum Fraß vor. Es wird wieder Tag und noch heißer.

Wir tauchen ab

“In der großen Bucht führt ein Rohr steil nach unten in die Tiefe, dort sind auf verschiedenen Tiefen Figuren von Tieren zu sehen!” Also folgen wir abwechselnd dem Rohr hinab. Auf zehn Metern die erste Sprungschicht, das Wasser wird kalt, auf 16 m die Zweite. Unterwegs begegnen uns ein Schaf, eine Bergziege, wir sehen noch eine umgefallene Kuh und müssen wieder auftauchen. Mit knapp über einem Meter pro Sekunden schnellen wir in die Höhe, es wird wärmer, die Wasserschichten ziehen vorbei, blau und beeindruckend, der Druck lässt nach, die Wasseroberfläche glänzt über uns, da können wir schon wieder atmen. Es ist nur knapp über eine Minute vergangen, wir schauen uns an, alles OK! Ein breites Lächeln: “das war cool”.

Der Steinbock
Der Steinbock

Unterwegs begegnen uns oft Flaschentaucher, die meisten bemerken uns nicht, andere kontrollieren mehrfach ihren Tiefenmesser, bieten uns Luft an oder gestikulieren wild mit ihren Buddies. Es ist noch ein seltenes Bild jemanden an sich vorbei fallen zu sehen, auf dem Weg nach unten zum Wrack, ohne Pressluftflasche.

4 Taucher
4 Taucher

Das Wrack

In der großen Bucht liegt ein Wrack, aber keiner unserer Taucher kann uns sagen wo genau: “Unterwasser finde ich es”. Wir beschließen einen gemeinsamen Tauchgang zu machen, die Taucher unten und Gerhard und ich abwechselnd zwischen der Tiefe und der rettenden Luft. Die Sicht ist schlecht, schon 12 m unter der Oberfläche kann man nur noch Schatten erahnen. Die Taucher wollen am Wrack eine umfangreiche und komplexe Übung machen: Boje setzen, auftauchen auf drei Meter ohne Flosseneinsatz, danach Einholen der Boje. Wir sollen die Luft aus den Bojen lassen, dass diese eingeholt werden können.

Übung am Wrack
Übung am Wrack

Das Wrack liegt auf 22 m Tiefe, Reste eines kleinen Holzbootes, aber mit Kloschüssel!

Die Übung läuft gut, es sind nicht alle zufrieden, aber es ist wichtig zu üben und für uns ist es interessant mitzuerleben und wir wissen jetzt ganz genau wo das Wrack zu finden ist.

Bojen über dem Wrack
Bojen über dem Wrack

Mehr Übungen

Für uns üben wir möglichst entspanntes und ruhiges Tauchen, nicht die Tiefe, aber die Dauer zu steigern. Die Menge an Blei ist wichtig, um entspannt abzutauchen und anstrengungsfrei wieder hoch zu kommen. Wir sind schwerelos auf zehn Metern, danach beginnen wir zu fallen, regeln lässt sich das nur in eine Richtung durch die Luftmenge. Die richtige Menge Luft und man kann entspannt eine Minute den Fischen zuschauen ohne schwimmen zu müssen. Um Sauerstoff zu sparen trainieren wir das möglichst senkrechte Abtauchen, wenig Wasserbewegung auszulösen und geschmeidiges Fortbewegen.

Das Ganze immer unter der Aufsicht des Anderen, der lässt sich nicht ablenken, nicht durch andere Taucher und auch nicht durch Kinder, die voller Begeisterung versuchen genauso tief zu tauchen. Die Versuche sind beachtlich, auch wenn sie kaum eine Körperlänge untertauchen.

Bei Wellengang schwappt Meerwasser in den Schnorchel, man hat nicht den guten Rundumblick, zum Glück sind dann auch weniger gefährliche SUPler unterwegs. Das schlägt auf die Konzentration und die Entspannung, aber auch das muss man üben.

Dann geht die Welt unter

Es regnet und regnet und regnet, die Vordachkonstruktion bricht unter der Last zusammen. Die übereinstimmende Meinung: “zum Glück ist es nicht mehr so heiß und der Gin muss ja auch irgendwann weg”. Klaus lässt sich vom Wetter auch nicht ablenken und versorgt uns weiter mich hervorragendem Essen und Geschichten aus Afrika.

Ein sehr schöner Urlaub

Wir haben viele Fische gesehen, gefilmt und fotografiert, große und kleine, Seesterne, Krabben, Garnelen, Seegurken, Tintenfische und Muränen. Wir haben unsere persönlichen Bestzeiten und Maximaltiefen verbessert und insgesamt ruhiger und entspannter getaucht.

Das ist der Gerhard
Das ist der Gerhard
das bin ich (Felix)
das bin ich (Felix)
und das sind unsere Taucher
und das sind unsere Taucher