TCTT-Ausfahrt Le Dramont 2025
Besatzung: Klaus, Jens, Christel und David im VW-Bus, Frieder, Tina und Vierbeiner Fipsi im PKW.
Basis: Hütte 600-601 auf dem Camping Yelloh Village - La Plage Du Dramont.
Termin: 17.-30. Mai 2025.

Tag 1: Die große Schweiz-Irrfahrt
Abfahrt um 02:45 Uhr. Die Stimmung ist super, die Motivation hoch. In der Schweiz wurde es spannend – denn das Navi war auf "Mautstraßen? Nein danke!" eingestellt und dazu noch das Roaming aus. Ergebnis: eine ungeplante Sightseeing-Tour durch die Schweiz mit 150 Bonuskilometern.
Bei Ankunft um 14:30 Uhr wurden wir sofort mit Hüttenschlüsseln, dem Aufbau der clubeigenen Flotte (Boote und SUPs) und dem ersten Gin des Urlaubs belohnt. Ein besonderer Dank geht an unseren Chef-Logistiker Klaus, der mit einer vorgekochten Bolognese dafür sorgte, dass niemand am ersten Abend verhungern musste. Ein Held!
Tag 2: Basis-Invasion und unser Alternativprogramm
Eine französische Taucher-Armada von rund 60 Personen hatte die Basis "Ile d’Or" fest im Griff. Wir, als Meister der strategischen Geduld, beschlossen, unsere Tauchkarriere erst am Montag zu starten. Stattdessen erklommen wir den Hausberg zum Sémaphore du Dramont. Diverse exponierte Felsen wurden umgehend für waghalsige Fotoshootings zweckentfremdet – für das perfekte Profilbild wird bekanntlich jedes Risiko eingegangen.

Tag 3: Abtauchen & das Mysterium des einsamen Zackenbarschs
Endlich! Um 09:30 Uhr ging es zur Basis und dann direkt mit dem Schlauchboot zu den Pyramides. Wir umrundeten die ersten drei Formationen und sichteten:
- Conger
- Mehrere Muränen
- Eine stattliche Languste
- Farbenprächtige Meerpfauen
Klaus meldete zudem die Sichtung eines kapitalen Zackenbarschs. Der Rest der Gruppe... nun ja, sagen wir, die Sichtung wird noch intern verifiziert. Am Nachmittag folgte die „Mission E.Leclerc“ (Supermarkt), die leider ohne den wichtigsten Ausrüstungsgegenstand stattfand: die Einkaufsliste.

Tag 4: Sintflut in Antibes und Kunstgenuss im Sturzbach
Der Himmel öffnete seine Schleusen. Tauchen? Abgeblasen. Plan B: Kultur! Wir kämpften uns durch den legendären Verkehr von Cannes nach Antibes ins Picasso Museum. Perfektes Timing: Wir kamen pünktlich zur Mittagspause an. So bewunderten wir erst die Gässchen von Antibes im strömenden Regen und anschließend, völlig durchnässt, die Werke Picassos. Eine Erfahrung, die man als „immersiv“ bezeichnen kann.

Tag 5: Fipsi im Laufrausch, Garnelen en masse und (fast)-Sterne-Küche
David und Fipsi starteten den Tag mit einer Jogging-Premiere. Nach 5 km kam es zu den ersten Ermüdungserscheinungen, bei wem wird nicht verraten. Danach folgte ein Traum-Tauchgang am Le Sec des Suisses. Neben Muränen und Zackenbarschen fanden wir auf 35 Metern eine schier unendliche Kolonie von Einhorngarnelen – Tausende! Der Nachmittag gehörte dem Boule-Spiel, bevor uns Klaus, unser Gourmet-Scout, ins Restaurant L‘Amandier in Fréjus bat. Dort erwartete uns ein Menü der Extraklasse!
Tag 6: „La petite brise“ und die Ode an die Freude
Die Tauchbasis befand, eine „leichte Brise“ sei Grund genug, uns an Land zu lassen. Stattdessen stand ein Ausflug zur Tropfsteinhöhle Saint-Césaire an. Unser Guide war ein Entertainer, der fließend zwischen den Sprachen wechselte und als Höhepunkt auf einigen Stalaktiten mit einem Holzhammer die „Ode an die Freude“ spielte. Unvergesslich!
Danach noch ein Spaziergang um den Lac du Saint-Cassien – Fipsi im Hundeparadies!

Tag 7: Navigation für Fortgeschrittene
Tauchgang am Le Village mit zwei tollen Durchbrüchen. Die Navigation erwies sich als etwas... herausfordernd.
Zwei (Namen werden nicht genannt!) tauchten zielsicher am Boot vorbei. Ihre offizielle Begründung: Sie mussten einem Weißen Hai bis nach Agay folgen. Die Geschichte wird im Logbuch unter „Seemannsgarn“ verbucht.
Tag 8: Liebe, Boule und Betäubungsmittel
Herzlichen Glückwunsch an Frieder und Tina zum einjährigen Hochzeitstag, den sie bei einem Ausflug nach Aix-en-Provence feierten! Der Rest tauchte am überfüllten L‘Arche, gewann und verlor beim Boule (Klaus/Jens vs. David/Christel 2:1) und stieg am Abend mit dem Spiel „Grass“ kurzerhand in den Drogenhandel ein. Rein spielerisch, versteht sich!
Tag 9 bis 11: Die Bandscheibe, Schnecken und ein verletzter Basis-Chef
Die nächsten Tage waren geprägt von überfüllten Tauchplätzen, einer abenteuerlichen und zugleich wunderschönen Radtour ins Hinterland und Klaus' rebellischer Bandscheibe, die ihm leider einige Tauchgänge kostete. Ein Highlight war Jens' erster Tauchgang jenseits der 25-Meter-Marke am L‘Arche, bei dem eine große Zahnbrasse, ein riesiger Zackenbarsch und versch. Schnecken, u.a. Leoparden-Sternschnecke und die große warzige Schirmschnecke (umbraculum umbraculum) gesichtet wurden. An Land brach sich währenddessen leider Basis-Chef Pierre recht kompliziert gleich mehrere Knochen in der Hand beim Abladen eines Bootes und war bereits unterwegs in die Klinik. Gute und schnelle Besserung!

Tag 12: Das große Finale auf stürmischer See
Der letzte Tauchgang führte uns nochmal zu den Pyramides, leider ohne Klaus. Danach hieß es: Materialschlacht beim Waschen und Trocknen. Am Nachmittag wagten sich Christel, Klaus und David wider aller Vernunft mit SUP und Boot in die hohen Wellen. Das Anlanden war ein Abenteuer für sich, von dem kleine Blessuren als Souvenirs zeugen.

Tag 13: Der letzte Paddelschlag und Pizza zum Abschied
Ein entspannter letzter Tag - zumindest für die meisten von uns. Während Klaus eine epische Paddel-Tour bis hinter Agay unternahm, entspannte der Rest noch einmal bei Drinks im Liegestuhl. Der Urlaub endete mit der liebgewonnenen, aus Sveta bekannten Tradition: Abschluss-Besuch in der Pizzeria.
Fazit:
Sicherlich, beim Blick ins Logbuch gab es schon tauchintensivere Ausfahrten. Doch wenn eine Region so hartnäckig mit malerischen Wanderwegen, kulturellen Highlights und sportlichen Radtouren lockt, lässt man sich gerne überzeugen. Gepaart mit teils überlaufenen Tauchspots und der ein oder anderen kreativen „windbedingten“ Pause seitens der Basis, wurde aus dem reinen Tauchurlaub schnell ein perfekter Allround-Trip. Frankreich, bis zum nächsten Mal!