Einer von mindestens zwei Berichten über meine Lieblingstauchplätzen in meinem geliebten AAAAAFRIKA!

OSM-Karte Sodwana Bay

Sodwana liegt am Ende einer etwa siebzig Kilometer langen Schotterpiste, etwa 300 km nördlich von Durban in Maputaland. Sodwana Bay ist ein Marinepark am Rande eines wunderschönen Landschaftsschutzgebietes, des "Greater St. Lucia Wetland Parks". Unendlich lange Sandstrände, die stellenweise leider mit den entsprechenden Genehmigungen auch befahren werden dürfen, uralte Dünen mit ihren Küstenwäldern sowie Sumpfgebiete und Savanne umgeben den Park. Versuche, die Dünen von Bergbauunternehmen ausbeuten zu lassen, sind glücklicherweise vorerst gescheitert.

Sodwana ist der bekannteste Tauchspot Südafrikas.

Die beste Zeit, um zu tauchen, ist von April bis September. Die Sicht ist in den Monaten Mai und Juni besonders gut. Sie variiert meiner Erfahrung nach zwischen zehn und zwanzig Metern horizontaler Sicht, kann aber auch weiter reichen.

Ende März, Anfang April sind die Chancen Sandtigerhaie ("Raggedtoothsharks") und Walhaie zu sehen recht gut.

Der indische Ozean ist das ganze Jahr über angenehm warm. Die Wassertemperatur beträgt im Schnitt 24°C, sie fällt nie unter 21°C und steigt im Sommer (Dezember/Januar) bis auf 28°C an.

Zwischen Oktober und Februar kommen alljährlich Loggerhead- und Leatherbackschild-kröten, um ihre Eier im Sand zu legen. Das Natal Parks Board bietet geführte nächtliche Schildkrötentouren an.

Die Korallen in Sodwana bilden kein fortlaufendes Riff, sondern verteilen sich parallel zur Küste in eine Anzahl verschiedener Riffe, die nach ihrer Entfernung vom Startpunkt der Boote benannt werden. Two Mile Reef ist das größte und bietet jede Menge verschiedener Tauchplätze, die mit einer Ausnahme (Deep Sponge, 30-40m) meist um die 15m Wassertiefe liegen. Weiter entfernt liegen Five Mile Reef (21m), vor allem bekannt wegen seiner wunderschönen Hart- und Weichkorallen, Seven Mile Reef mit seinen Tischkorallen, Schildkröten, Rochen, Zackies und den Schwärmen von Jungfischen. Zuletzt gibt es nach einer etwa 45 minütigen Bootsfahrt, die oft etwas rauer ist, noch Nine Mile, dessen zerklüftete Unterwasserlandschaft durch Schwämme, wunderschöne Korallen und jede Menge Muränen der unterschiedlichsten Arten besticht.

Die Korallenbleiche hat in den Jahren, in denen ich in Sodwana Bay tauchen war (`96-`00) keine sichtbaren Spuren hinterlassen und die Unterwasserwelt hat, so weit ich es beurteilen kann, kaum Schaden genommen. Das liegt mit an der strengen Politik der Tauchbasen, die das Berühren von Korallen und Fischen strikt verbieten. Das Parks Board kontrolliert sogar gelegentlich die Westen der Taucher, um sicherzustellen, dass nichts mitgenommen wurde.

An Fischen seht ihr übrigens fast alles, was das Taucherherz begehrt. Hier nur eine winzig kleine Auswahl: Papageienfische, Doktorfische, Lippfische, Fledermausfische, Rochen, Rotfeuerfische, Zackies, Muränen, Drachenköpfe, Kaiserfische, Anemonenfische, Sandtigerhaie, Delfine, ...

Alle Tauchgänge sind -meist leichte- Strömungstauchgänge, bei denen der Skipper einer Signalboje folgt. Die Zodiacs fassen bis zu zwölf Tauchern, sind aber nur an den Wochenenden und während der Juliferien voll besetzt. Jeder Tauchgang wird von einem ortskundigen Divemaster geleitet, der auch die Boje mit sich führt. Die Boote stehen über Funk mit den Basen in Verbindung, haben Sauerstoff an Bord und in der Saison befindet sich ein Helikopter vor Ort (Francois darf also auch kommen).

Empfehlen kann ich zwei Basen:

  • Für den kleineren Geldbeutel und die etwas weniger verwöhnten unter euch "Coral Divers". Dort seid ihr ihn Holzhütten oder Zelten untergebracht und könnt euch entweder selber verpflegen, ein voll eingerichtete Küche mit Kühlschränken, Eisfächern und allen Gerätschaften steht jedem zur Verfügung, oder ihr lasst euch bekochen (catering service). Tauchpaket 5 TG mit komplett eigenem Equipment (Blei und Flasche sind nicht dabei!) etwa 150 DM. Ausrüstung komplett pro Tag: etwa 33 DM. Weitere Preise und Informationen unter http://www.coraldivers.co.za.
  • Wer es luxuriöser haben will geht in die "Sodwana Bay Lodge", ungefähr fünf Kilometer außerhalb des Parks und genießt dort den vollen Rundumservice in komfortabel eingerichteten Holzbungalows. Suchmaschine "SodwanaBayLodge"

Beide Basen unterscheiden sich nicht hinsichtlich der Boote oder Tauchplätze bzw. der Ausbildung der Guides, so dass es sich lediglich um eine Frage der persönlichen Präferenzen handelt, wo ihr nun Quartier aufschlagt.

Die Anreise erfolgt entweder im gemieteten PKW von Durban (ca. 300 km) und dauert ca. 3,5 Stunden oder Johannesburg (ca. 600 km)aus, ca. 7 Stunden, immer vorausgesetzt, ihr fahrt ein zügiges Tempo, oder ihr lasst euch von den Basen erklären, wie ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Baz Bus) und einem Abholservice nach Sodwana kommt.

Ich hoffe die Lektüre hat euch Spaß gemacht und der eine oder andere überlegt sich, ob er nicht auch mal in mein gepriesenes AAAAFRIKA reisen möchte! Für weitere Informationen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung, is doch klar!

K. Bardele