7. April 2001 von Benedikt „Sascha“ Heetpas
Was man erlebt, wenn man dem Winter in Deutschland entkommen will! Kroatien im Frühjahr 2001.
In froher Erwartung haben wir (Klaus, Iris und „Sascha“) am 7. April morgens um 3.30 Uhr Tübingen mit dem Auto verlassen. Die Fahrt war OK, nur dass es mehr oder weniger regnete. Ankunft am Autocamp Kovacine gegen 15.30 Uhr. Es war trocken!
Wir konnten unsere Zelte nach einem ersten Kontrollgang in Richtung Tauchbasis und Toilettenhaus in Ruhe aufbauen. Dann kam der große Regen. Nach unserer ersten Nacht (regelmäßige Meldung von Klaus an Sascha: „Deck A ist geflutet" oder „Auf Deck B droht Wassereinbruch“...) war nach der ersten Nacht in beiden Zelten „Land unter“. Wir liehen uns von Nachbarn Elektroheizlüfter und legten die Zelte trocken.
Dann ging es endlich zum Tauchen! Die Leute an der Tauchbasis (Nicole, Mirko, Erich, Milan...) waren alle superfreundlich und locker drauf. Bootstauchgänge waren gut organisiert. Leider hatte ein Aushilfsskipper nicht immer auf Anhieb den Tauchplatz getroffen, sodass eine Aussage von den TLs der Tauchbasis beim Briefing an Bord „freies Abtauchen auf 12 m“ dann so endete, dass Mittaucher bis auf 36 m frei abtauchten. Wir hatten bei 26 m den Grund erreicht. Der Tauchgang war nichtsdestotrotz nett. Uns erwartete eine Steilwand mit typischen Pflanzen und Tieren des östlichen Mittelmeeres.
Das Wetter.
Bewölkt, windig (Bora) und kalt!! Nachts kühlte es bis zu 3 °C ab. Nichts mit 25 °C und Sonne ohne Ende. Während einer Regenpause sagte ein Taucher an der Basis: „Tauchen ohne Löcher macht keinen Spaß“. Wir sollten auch noch in den Genuss kommen, Tauchen mit Löchern zu genießen.
Die Inselrundfahrt, die wir Iris versprochen hatten, war super. Die Landschaft klasse, die Dörfer hatten einen Charme von Piratennestern (was sich später als tatsächlich wahr herausstellte). Die Stadt Mali Lošinj hat fast schon italienischen Charakter. Ein Tagesausflug lohnt sich immer.
Zwischenzeitlich hatten wir am Camp für Iris eine Wärmflasche nach „African Engineering“-Art erfunden. Man nehme eine Sigg-Flasche, fülle diese mit kochendem Wasser, fertig ist die Wärmflasche. Sie wurde das meistgenutzte Hilfsmittel von Iris in diesen Tagen. (Anmerkung vom Autor: Iris, du hast eine Tapferkeitsmedaille verdient! So lange die Kälte und Nässe zu ertragen.)
Zum Tauchen.
Der Tauchplatz „Kapellplatz“ und das Wrack „Liberty“ waren unsere taucherischen Höhepunkte in diesem Urlaub. Angenehm war auch die Tatsache, dass die meisten Tauchplätze nur 20–30 Min. von der Basis entfernt waren. Am Kapellplatz (max. Tiefe 18 m) erwarteten uns viele Felsformationen mit entsprechend vielen Höhlen und Ecken, in die man mit der Lampe auf Suche nach Fischen, Oktopoden und Sepia gehen konnte. (Tauchen mit Löchern) Die vorgegebene max. Tauchzeit von 1 h reizten wir voll aus, obwohl das Wasser nur 11 °C hatte.
Das Wrack, ein Holzfrachter, lag ab 26 m bis weit über 40 m exakt senkrecht auf Kiel. Am Ankerkettenloch konnten wir einen Meeraal (Conger) begrüßen, der schon seit Jahren dort zu finden war (sagt die Tauchbasis). Wer wollte, konnte in das Wrack eintauchen und den Laderaum erkunden. Bei 40 m machten wir kehrt, um die Dekozeit nicht ins Uferlose gleiten zu lassen, schließlich wollten wir am Nachmittag noch einen tiefen Landtauchgang machen.
So viel zum Tauchen in Kroatien auf der Insel Cres.
Mehr Infos zur Tauchbasis unter www.divingcres.de